Schengen Visum für Thailänder

In den letzten Monaten hat sich eine eher restriktive Tendenz bei der Vergabe von Schengenvisa für Thailänder abgezeichnet. An uns wenden sich viele Mitglieder mit der Frage, was man gegen die Versagung des Schengenvisums tun kann. Grundsätzlich genügt die mündliche Ablehnung der Erteilung eines Visums nicht. Es ist davon abzuraten, telefonische Auskünfte bei der Auslandsvertretung einzufordern, da aus datenschutzrechtlichen Gründen solche Auskünfte nicht erteilt werden können. Die/Der betroffene Thailänder/in selbst oder eine von ihr/ihm bevollmächtigte Person - und nicht der Einlader- können um die Aushändigung bzw. Übersendung des ablehnenden Bescheides bitten. Dort wird meistens aufgeführt sein, dass Zweifel an der Rückkehrbereitschaft des/der Thailänder/in bestehen und dass es der Angabe weiterer Gründe nicht bedarf. Zweifel an der Rückkehrbereitschaft ergeben sich oft in dem Gespräch, das zwischen der/m Einreisewilligen und den Bediensteten der Deutschen Botschaft in Bangkok geführt wird. Ist z.B. der Einlader für die thailändische Frau eine Ihr unbekannte Person, wird es regelmäßig zu Schwierigkeiten kommen. Hat die Thailänderin vor kurzem ihren Job gekündigt und will sie auf Einladung ihres Freundes mit Schengenvisum nach Deutschland reisen, könnte zweifelhaft sein, ob sie doch nicht eine Heirat anstrebt. In der Regel sind die versagenden Bescheide der Botschaft mit einer Rechtsbehelfsbelehrung über die Klagemöglichkeiten beim Verwaltungsgericht versehen. Bezüglich der Klagemöglichkeiten gegen die Versagung des Schengenvisums ist zunächst darauf hinzuweisen, dass ein Anspruch auf Einreise zu Besuchszwecken nicht gegeben ist. Die gegenwärtige Durchschnittsdauer eines Klageverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Berlin beträgt ca. 19 Monate. Neben der Klage ist auch ein formloser Rechtsbehelf gegen die Versagung des Besuchsvisums statthaft, die sog. Remonstration. Das ist eine Anregung an die Auslandsvertretung, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. In der Begründung soll nachvollziehbar erklärt werden, dass die antragsstellende Person keinen Daueraufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland anstrebt. Die Möglichkeit der Hinterlegung einer Sicherheitsleistung wird allerdings kaum angewandt, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern. Nachfolgend sind die Hinweise der Deutschen Botschaft zu der aktuellen Bedingungen zur Erteilung eines Schengenvisums für Thailänder abgedruckt (Quelle: Homepage der Deutschen Botschaft in Bangkok) Die Botschaft gibt nachstehende Hinweise zur Beantragung eines Visums und weist gleichzeitig darauf hin, dass unter Umständen zusätzliche Unterlagen vorgelegt werden müssen, um ein Visum erteilen zu können. Für Reisende unter 20 Jahren muss die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten vorgelegt werden. Stimmt nur ein Elternteil zu, so muss nachgewiesen werden, dass dieser allein sorgeberechtigt ist. Insbesondere bei erstmaliger Beantragung eines Visums muss die Bereitschaft des Antragstellers zur Rückkehr glaubhaft gemacht werden. Daher sind Unterlagen des Antragstelleres über seine Ehe, Kinder, Beruf, selbständige Gewerbeausübung, Grundbesitz oder langjährige Bankverbindung (sofern zutreffend) sehr hilfreich. Falsche Angaben führen zwangsläufig zur Ablehnung des Antrags.

Folgende Unterlagen müssen immer vorgelegt werden:

- Ein vollständig und inhaltlich korrekt ausgefüllter Antrag zusammen mit einem Passfoto. Sie müssen jede Frage beantworten, sonst kann Ihr Antrag nicht bearbeitet werden.
- Gültiger Reisepass oder Reisedokument, das von allen Schengen-Staaten anerkannt wird und das mindestens noch drei Monate nach Ablauf des Visums gültig ist.
- Finanzierungsnachweis: eine förmliche Verpflichtungserklärung gem. § 84 AuslG für Besuchsreisen, eine Einladung Ihrer Geschäftspartner in Deutschland für Geschäftsreisen oder Unterlagen Ihrer Bank, aus denen hervorgeht, dass Sie die Reise selbst finanzieren können.
- Nachweis des Reiseweges, z.B. Flugreservierung über Hin- und Rückflug oder Hin- und Weiterflug aus den Schengen-Staaten. Es muss bei Antragstellung kein Ticket vorgelegt werden.
- Nachweis über ausreichende Kranken-/ Unfallversicherung für die Zeit Ihres Aufenthaltes in den Schengen-Staaten
- Kopien aller vorgelegten Unterlagen (vom Reisepass: Kopie der Doppelseite mit dem Passfoto)


Unterlagen zum Download:

Antrag auf Erteilung eines Schengen Visums Download

Merkblatt zum Schengenvisum Download

Verpflichtungserklärung

 

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